Unternehmenskultur

Durch Entlassungen zum Jahrhundert-Manager

Wenn nur noch Zahlen zählen, nicht mehr Menschen

Siemenschef Joe Kaiser dagegen ist Finanzmann, ebenso die Chefs von Deutscher Telekom (Tim Höttges), BASF (Kurt Bock), Haniel (Stephan Gemkow), Celesio (Marion Helmes), Bertelsmann (Thomas Rabe), Eon, RWE, Fresenius und K+S. Die Zeiten, wo bei Chemiekonzernen Chemiker, bei Fahrzeug- und Maschinenbauern Ingenieure oder Naturwissenschaftler an der Spitze waren, wo das Produkt zählte, die technische Innovation und nicht die Vorgaben des Finanzmarkts, sind vorbei.

Es ist eine Kulturrevolution, bei der die angelsächsischen Länder vorangehen und Kontinentaleuropa hinterherläuft. Wird das gut gehen? 20 Jahre lang war Jack Welch der Chef von General Electric. Er hat 100.000 Mitarbeiter entlassen, dadurch den Jahresgewinn versiebenfacht und ist daraufhin von der Fachwelt zum „Manager des Jahrhunderts“ gekürt worden. Acht Jahre nach seinem Ruhestand hat der Abstand vom Tagegeschehen ihn weise werden lassen: „Genau betrachtet ist Shareholder Value die blödeste Idee der Welt“, hat er gesagt.

Die Shareholder-Value-Idee ordnet alles der Reichtumsmehrung der Aktionäre unter. Der Reichtum darf durch eingebauten Verschleiß, durch gewollte Produktfehler, durch Verträge mit unsichtbaren Hintertüren erzielt werden. Wenn der Aktienkurs steigt, ist alles wunderbar; wenn nicht, gibt es Probleme. Unternehmensführer dürfen keine Rücksicht nehmen auf die Belegschaft, auf Kunden oder Lieferanten, auf Standorte oder Staaten, deren Infrastruktur sie benötigen.

Alle weltumspannenden Unternehmen sind mit Produkten groß geworden, die die Welt verändert haben – so wie wir es heute bei „Enterprise 2.0“ erleben (Andrew McAfee: Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration In: MIT Sloan Management Review, Jg. 47, H. 3, S. 20–28). Und jetzt verkommen sie zu Finanzkonglomeraten mit einer angeschlossenen Werkstatt, die noch etwas Nützliches herstellt, um die Fassade aufrecht zu erhalten.

Großbritannien und die USA sind schon weitgehend deindustrialisiert; sie überleben noch dank ihrer allgewaltigen „Finanzindustrie“. Wenn Kontinentaleuropa diesem Weg folgt, wird es bald von Asien als eine Kolonie entdeckt werden, in der erstaunlich viel Know-how brach liegt, das Kolonialherren nutzen können.

BUSINESS REFRAMING begleitet Sie gern bei einer anderen strategischen Ausrichtung: Dem Fokus auf Produkte, Märkte und Menschen, der Freisetzung des Potenzials der Belegschaft und der Stärkung der Innovationskraft. Dann – nachdem der Finanzsektor alles kahl gefressen hat – gehört Ihnen die Zukunft!

BUSINESS REFRAMING eröffnet Ihnen außergewöhnliche Möglichkeiten: Die gesamte Belegschaft unterstützt Sie mit allen verfügbaren Kräften auf dem Weg in eine gute Zukunft für Ihr Unternehmen. Ein Kurzworkshop von nur drei Stunden lässt Ihren Führungskreis erfahren und erleben Sie, welche Möglichkeiten es für Ihr Unternehmen gibt, von deren Existenz Sie bisher noch nichts wussten.

Bildquelle: Ho Yeol Ryu (www.culturainquieta.com)

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Veröffentlicht am von Prof. Wolfgang Berger, Leiter des BUSINESS REFRAMING Instituts Karlsruhe

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