Fließendes Geld

Island hat es geschafft – raus aus der Finanzmisere

Nicht die Banken wurden gerettet, sondern deren Opfer

Island hat die Vorgaben der Weltelite der Ökonomen als „Musterschüler“ befolgt und seinen Finanzmarkt von allen Beschränkungen befreit. Auch 31.000 Sparer aus Deutschland haben dem Land Alterversorgungen und Ausbildungsversicherungen für ihre Kinder anvertraut. Der Erfolg schien den Empfehlungen der „Wissenschaftler“ Recht zu geben: Nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war Island Ende 2007 das viert reichste Land der Welt.

Island: Das waren drei große Privatbanken mit einem angeschlossenen kleinen Land, das faktisch von den Banken regiert wurde. Im Jahre 2008 sind die isländischen Banken mit einem Verlust von 100 Milliarden Dollar zusammengebrochen. Der Verlust war acht Mal so hoch wie das Bruttoinlandsprodukt des Landes. Die drei isländischen Großbanken Kaupthing, Glitnir und Landsbanki sind mit einem Notgesetz verstaatlicht worden. Aber der Staat war außerstande, Verluste in dieser Größenordnung zu tragen.

Die „internationale Gemeinschaft“ – an ihrer Spitze Großbritannien und Dänemark – hat von Island einen Rückzahlungsplan für die Schulden verlangt und die Rückzahlungsverpflichtung mit einem Gesetz abzusichern. Im Dezember 2009 hat das isländische Parlament ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.
Das Parlament hat den Widerstandwillen der Bevölkerung unterschätzt. Anfang 2009 stürmten Demonstranten die Zentralbank und belagerten Tag und Nacht das Parlament. „Frischer Fisch statt faule Anleihen“ war das Motto der Protestbewegung.

Präsident Ólafur Ragnar Grímsson weigerte sich, das Gesetz zur Entschädigung ausländischer Gläubiger zu unterzeichnen und veranlasste eine Volksabstimmung. Nur zwei Prozent der Bevölkerung stimmten im März 2010 für das Gesetz. Die Parlamentarier haben daraufhin einen verbesserten Gesetzentwurf erarbeitet, der wiederum dem Volk zur Abstimmung vorgelegt und am 11. April 2011 erneut abgelehnt worden ist.

Deutschland hat die Existenz maroder Großbanken mit Milliardenzuschüssen abgesichert und die Risiken in so genannte „Bad Banks“ (Schrott-Banken) ausgelagert – die sich als tickende Zeitbomben für die öffentliche Haushalte erweisen werden. Island hat das Gegenteil getan: Es hat Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, das Kerngeschäft (Spareinlagen einsammeln und Kredite vergeben) aus den maroden Banken herausgenommen und in neue (nýr) „Good Banks“ verlagert. Das Eigenkapital ist mit der Unterstützung skandinavischer Länder, Russlands und Polens zu Vorzugskonditionen aufgebracht worden.

Den vollständigen Artikel zu diesem Thema finden Sie unter „Veröffentlichungen“ oder in der großen Sonderausgabe des NEUZEIT Magazins (www.die-neuzeit.org) im September. Wenn Sie Ihr Unternehmen gegen die Verwerfungen durch die „große“ Finanzkrise absichern möchten, empfehlen wir eine Zusammenarbeit mit dem BUSINESS REFRAMING Institut. Ende September können Sie unsere Arbeitsweise mehrfach hautnah erleben – in Nürnberg und WildLand bei Celle, im Kloster Haydau bei Melsungen und – wenn Sie IT-ler sind – auch in Karlsruhe. Die Teilnahme ist eingeschränkt. Die letzten Veranstaltungen waren sämtlich ausgebucht. Sichern Sie sich gleich hier Ihren Platz: >>>
1 0
Gefällt mir
Drucken
An Freunde senden
Zum Newsletter anmelden
Veröffentlicht am von Prof. Wolfgang Berger, Leiter des BUSINESS REFRAMING Instituts Karlsruhe