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Mehr als 2.000 Milliarden Euro haben die Industrieländer in wenigen Wochen aufgebracht, um einen Flächenbrand im Finanzsektor einzudämmen und die globale Geld- und Finanzordnung zu retten. Diese Milliarden werden von uns allen zu bezahlen sein. Unsere Regierungen haben das der gesamten Menschheit und den zukünftigen Generationen auferlegt.
Die Realwirtschaft wächst nicht exponentiell. Daher müssen die Finanzmärkte das Geld, das sie für das exponentielle Wachstum der Vermögen benötigen, irgendwie herbeizaubern.
Die zu spät Geborenen werden in Form höherer Steuern und Preise Eintritt zahlen müssen, um Wasser zu trinken, saubere Luft zu atmen und etwas zu essen zu bekommen. Wenn sie nichts geerbt haben, werden sie sich diesen Eintritt nicht leisten können, sich verschulden und sich dem Diktat der Gläubiger unterwerfen. Vor Jahrhunderten hieß das Leibeigenschaft oder Sklaverei. Der Finanzsektor vermeidet heute diese Begriffe und erzielt das gleiche Ergebnis auf der Grundlage einer scheinbar freiheitlichen und demokratischen Rechtsordnung.
Die reale Wirtschaft entwickelt sich überwiegend linear. Das bedeutet, dass ein Bruttoinlandsprodukt, das z. B. von 100 Millionen auf 115 Millionen wächst, eine Wachstumsrate von 15% hat. Wenn dadurch im Laufe einiger Jahrzehnte das Bruttoinlandsprodukt auf 1.000 Millionen gestiegen ist und dann immer noch um 15 Millionen wächst (auf 1.015 Millionen), sind das nicht mehr 15%, sondern nur noch 1,5%.
Dabei ist es notwendig, dass sich der Finanzmarkt im gleichen Maße entwickelt, um die realwirtschaftlichen Abläufe zu unterstützen und zu ermöglichen. Entwickelt er sich aber schneller, gibt es ein Problem:
Trennen Sie eine Seite dieser Zeitschrift heraus oder nehmen Sie ein Blatt Papier im gleichen Format und falten sie es einmal in der Mitte. Diesen Faltvorgang wiederholen Sie und jedes Mal halbieren Sie die Größe der Seite. Nach zweimaligem Falten haben Sie vier Lagen Papier, nach sechsmaligem Falten kommen Sie auf 64 Lagen (2 x 2 x 2 x 2 x 2 x 2) und nach zehnmaligem Falten auf 1.024 Lagen. Sie können jetzt weiterrechnen und erhalten nach nur 42 Faltvorgängen einen 350.000 Kilometer hohen Stapel - das entspricht der Entfernung von der Erde zum Mond.
Nach einer solchen exponentiellen Funktion vermehrt sich unser Geld in den Händen derer, die es »falten« können - die nach jedem Faltvorgang (hier: Vermehrungsvorgang) die Höhe ihres Geldstapels verdoppeln. Die Realwirtschaft wächst aber in der Regel nur gleichmäßig (linear) und nicht immer schneller (exponentiell). So müssen nun die Finanzmärkte das Geld, das sie für das exponentielle Wachstum der Vermögen benötigen, irgendwie herbeizaubern.
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