Business Reframing Institut

Ein toter Nobelpreisträger führt Krieg gegen uns

Diesen vollständigen Artikel als PDF anzeigen (570 KB)

Der Staat soll sich aus dem Wirtschaftsleben raushalten und die Macher frei agieren lassen. Gewinne sind Privatsache und haben Vorrang vor allem anderen. So hat sich im letzten Jahrzehnt die Zahl der Milliardäre weltweit verfünffacht. Das ist kein Zufall und keine naturgesetzliche Notwendigkeit, sondern logische Folge der unser Zeitalter beherrschenden Ideologie. Für die ist vor allem ein inzwischen verstorbener Nobelpreisträger verantwortlich.

von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger 

Er hat etwas an sich, dass ich mich klüger fühle, wenn ich in seiner Nähe bin. Er verkörpert die Wahrheit, dass Ideen Folgen haben!" sagte Donald Rumsfeld, US-Verteidigungsminister unter Gerald Ford und unter George W. Bush, über ihn. "Unter den Lebenden hat heute keiner seine Statur", charakterisierte ihn der Wirtschaftsjournalist Terence Corcoran. "Warum bist du so aufgeregt? Bist du mit einer schönen Frau verabredet?" fragte ein Kommilitone Gary Becker - einen seiner Schüler und später selbst Nobelpreisträger. "Nein", antwortete dieser, "ich habe gleich meine Vorlesung in Wirtschaftswissenschaften (bei ihm)." Der ehemalige polnische Finanzminister Leszek Balcerowicz hielt ihn "für einen der wichtigsten intellektuellen Architekten der Freiheit" seines Landes.

In seiner Dankesrede für den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften sprach er 1976 davon, dass die Ökonomie eine präzise Wissenschaft wie die Naturwissenschaften sei und die Schlüsse seiner reinen Lehre ("pure economics") sich mit gleicher mathematischer Präzision aus einer Zielfunktion ableiten ließen. Es gebe einen stabilen und komfortablen Zustand - ein "makroökonomisches Gleichgewicht" - wenn eine gegebene Verteilung nicht geändert werden kann, ohne dass einer der Beteiligten schlechter gestellt werde. Und dieses Gleichgewicht sei zugleich das "soziale Optimum".

Braucht Freiheit den Kapitalismus?

Die in der Tradition von Friedrich A. Hayek - eines anderen Wirtschaftsnobelpreisträgers - von ihm maßgeblich mitgeprägte neoklassische Wirtschaftstheorie weist mit Hilfe eines anspruchsvollen mathematischen Apparats nach, dass eine optimale Zuteilung verfügbarer Produktionsfaktoren dieses Allgemeine Gleichgewicht bewirkt und dass die Optimierung voraussetzt, dass drei wirtschaftspolitische Stoßrichtungen gleichzeitig mit aller Konsequenz verfolgt werden:

(1) Privatisierung (weil nur private Eigentümer gut wirtschaften und dadurch Wohlstand erschaffen können - also Kapitalismus pur)

(2) Deregulierung (weil nur von jeder staatlichen Kontrolle befreite Märkte Angebot und Nachfrage ausgleichen - also Marktwirtschaft pur)

(3) Kürzung staatlicher Leistungen (weil nur Eigenverantwortung und Eigeninitiative Fortschritt bringen - also Wettbewerb pur)

...

Diesen vollständigen Artikel als PDF anzeigen (570 KB)


Newsletter

Lassen Sie sich inspirieren von unseren regelmäßigen Tipps und Anregungen, die Ihnen helfen, Ihr Denken neu zu verschalten.

Copyright 2002-2010 Business Reframing GmbH
Institut für Personal- und Unternehmensentwicklung Karlsruhe
Alle Rechte vorbehalten. All Rights Reserved.
Otterbachstr. 1a, D-76751 Jockgrim
Tel. +49 - (0)7271 - 50 505 - 88
E-Mail info at business-reframing.de
Registergericht Landau in der Pfalz HRB 30444
Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger