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Die Teilverstaatlichung der Commerzbank (8,2 Mrd. Euro stille Einlage und die Emission von 295 Mio. Stammaktien) hat volkswirtschaftlichen Schaden abgewendet, aber jetzt destabilisiert sie unser bewährtes dreigliedriges Bankensystem: Noch im Januar 2009, dem Monat ihrer Rettung, versucht die "Segmentkommunikation Privatkunden" der Commerzbank mit Sonderkonditionen Genossenschaftsbank- oder Sparkassenkunden abzuwerben.
Solange die Finanzbranche das Gruppendenken nicht überwindet, das alle blind gemacht hat, wird sie keinen Beitrag zur Überwindung der Krise leisten. Konjunkturprogramme laufen leer, denn eine Geldschwemme hatten wir schon vorher. Die Konsumnachfrage kann allein durch eine breite Einkommensbasis angeregt werden. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Geldmenge um das vierzigfache erhöht. Die Gütermenge aber, die allein Objekt der Nachfrage sein kann, ist nur um das vierfache gewachsen.
Milton Friedman hat mit seiner Geldmengentheorie die theoretischen Grundlagen des Weltfinanzsystems in der Zeit nach Bretton Woods gelegt. Die praktischen Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise offenbaren gravierende Fehler in seinem Theoriegebäude. Friedmans Sicht eines "money matters" ist eine monetäre Angebotstheorie, die im Gegensatz steht zur realwirtschaftlichen Nachfrageorientierung eines "money doesn´t matter" von John Maynard Keynes.
Friedman sieht Geld als Vermögensgegenstand. Die Fixierung auf die monetäre Angebotsseite übersieht die bislang noch zu wenig diskutierten Auswirkungen der Geldflüsse auf der Nachfrageseite: Banken handeln miteinander auf Kreditbasis, indem sie ihre Bilanzausgleichszahlungen im Geldmarkt vollziehen - bei den einen werden sie als Forderung (Kredit) ausgewiesen und bei den anderen als Verbindlichkeit (Einlage) verbucht. Und wenn Positionen offen bleiben, dann verharzt das Bankensystem. So ist es in der Bankenkrise geschehen, als Genobanken und Sparkassen liquide waren, Großbanken und Hypothekenbanken aber nicht.
Diese Fließstörung im Interbankengeschäft wurde durch die Geldschöpfung der Notenbanken behoben. Sie sprang als "lender of last resort" ein und rettete damit das "Oberhaus des Geldes". Im "Unterhaus der Realwirtschaft" bei den Unternehmen kam davon nichts an; ebenso wenig bei den Konsumenten.
Die gigantische Geldvermehrung durch FED und EZB blieb nachfrageneutral im Kreislauf der monetären Magnaten. Wenn der Geldsegen auch weiterhin in dieser Ebene bleibt und nicht "auf die Erde" kommt, entgehen wir einer Hyperinflation.
In der Nichtbankenebene kreieren die Banken den Kredit weil sie ihre Kundengelder (Passiva) verzinsen müssen und die Kundengelder wiederum als Grundlage für ihre Kreditvergabe benötigen. Der Geld- und Kapitalkreislauf kommt somit durch Kredit induziert in Gang. Die Nichtbanken brauchen den Kredit für ihre Investitionen. Aber die "Soll"-Zinszahlungen der Kreditnehmer reduzieren die reale gesamtwirtschaftliche Nachfrage und erhöhen gleichzeitig bei den Kreditgebern - den "Haben"-Zinsempfängern - das monetäre Angebot....
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