LB6....ein halbes Hirn versteckt sich


Die linke Gehirnhälfte 

scharfsinniger Kritiker, brillanter Rechner und etwas "zickig" 

lebt in einer Art „Elfenbeinturm“ von rationalen Gedanken. Sie wird weniger direkt von darunter liegenden subkortikalen Geschehen beeinflusst, verglichen mit seinem Gegenpart, der rechten Hirnhälfte. Die linke Seite hat eine Vorliebe für lineare , logische und sprachlich wortgewandte Kommunikation. Sie sorgt zudem gerne für „Ordnung“ und erstellt Listen. Auch wird sie später entwickelt, Kinder denken bis zu ihrem 2. Lebensjahr fast ausschließlich mit der rechten Gehirnhälfte.

 

Links bietet im gewissen Sinne die „Illusion“ von Sicherheit. Bei Kindern die von heftigen Gefühlsausbrüchen mitgerissen werden, kann es vorkommen, dass sie sich in den links dominierten Modus „zurückziehen“, dabei wird das Bewusstsein an einen vermeintlich sicheren Ort verlegt. Bei Menschen mit gefühlskalter Kindheit wird scheinbar eine Seite des Gehirns zu wenig stimulier, während die andere stark dominiert.

 

Die rechte Hirnhälfte 

ein menschenfreundlicher Entdecker, wo der Augenblick zählt

hat eine direktere Verbindung zu den subkortikalen Hirnarealen. Informationen fließen aus dem Körper über den Hirnstamm und das limbische System zum rechten Kortex. Wegen dieses Entwicklungsverlaufs vermittelt uns die rechte Hirnhälfte ein direktes Gefühl des ganzen Körpers, der Emotionen, sowie der Bilder gelebter Erfahrungen, welche die autobiografischen Erinnerungen ausmachen.

 

(...) Der rechte Modus bewirkt eine UND-Haltung, der linke eine ODER-Haltung, rechts – ich sehe die Welt in ihren Möglichkeiten, links – ich sehe die Welt eher aufgeteilt in ihren Einzelheiten. Wenn der eine Modus lange Zeit über den anderen dominiert, können Starrheit (links über rechts) oder Chaos (rechts über links) entstehen.

 

(...) Die Innenwahrnehmung – die Wahrnehmung innerer körperlicher Zustände – verläuft vorwiegend über die rechte Hirnhälfte. Signale aus dem Körperinneren laufen über die sogenannte Insula in die rechte mittlere Präfontralregion des Gehirns.

 

(...) Die rechte Hirnhälfte ist der Sitz unseres emotionalen und sozialen Ichs. Die rechte Seite spielt auch eine größere Rolle, wen wir mit Stress fertig werden und die Aktivität der subkortalen Regionen steuern wollen.

 

Thema Stress

im Rudertakt von Angst und Sorge

 (...) Der Hypothalamus sendet Hormone in den ganzen Körper und nimmt welche von diesem auf. Wenn wir gestresst sind, setzen wir ein Hormon frei, dass zur Ausschüttung von Kortisol anregt, damit wird der gesamte Stoffwechsel auf „höchste Alarmstufe angehoben“. Für kurzzeitigen Stress ist das eine ausgezeichnete Reaktion, sind wir jedoch mit einer aufwühlenden Situation konfrontiert, mit der wir nicht adäquat umgehen können, so kann der Kortisonspiegel chronisch hoch bleiben. Zudem verhindert Kortisol das gesunde Wachstum und Funktionieren der Nervenzellen. Das limbische System trägt die Erinnerungen an Fakten, an konkrete Erlebnisse, sowie an Gefühle, die sie färben.

 

Empathie

die Quelle von Beziehung und Kommunikation

Wir beginnen nonverbal miteinander zu kommunizieren kaum dass wir auf der Welt sind. Wir senden und empfangen Signale über den Gesichtsausdruck, die Stimmlage, die Haltung, über Gesten sowie das Timing und die Intensität der Reaktionen. Als Babys waren nonverbale Zeichen unser Rettungsanker und die einzige Art und Weise, wie wir unsere Bedürfnisse und Wünsche äußern konnten. Wenn wir verstanden wurden, wenn die Reaktionen von Mutter oder Vater erkannt wurden so haben wir uns „erfühlt gefühlt“. Nonverbale Signale werden von der rechten Hirnhälfte sowohl erzeugt wie wahrgenommen. Neurowissenschaftler haben festgestellt, dass die rechte Hirnhälfte in den ersten Lebensjahren besser entwickelt und aktiver ist als die linke Gehirnhälfte.

 

Quelle: Dan Siegel "Mindsight" / 

 


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