DIE NACHLESE - vom 16.05.2017

"DIE ANSTALT" vom 16. Mai 2017

Es ist üblich geworden, dass Kabarettisten harte Fakten in Satire verpacken, um uns zu informieren. Die Presse informiert uns auch, aber ohne die Konsequenzen aufzuzeigen und Hintergründe zu beleuchten. In der Sendung „Die Anstalt“ vom 16. Mai ging es um das vom deutschen Bundestag beschlossene Leiharbeitsgesetz, mit dem die große Koalition einen Bereich des Arbeitsmarkts regelt und den Wildwuchs bei Leiharbeit beendet. Die Gewerkschaften haben die dort getroffenen Regelungen akzeptiert. Was sind die Konsequenzen für Unternehmer, für Arbeitsnehmer, für die Gesellschaft? 

 

In der Metallindustrie ist jeder dritte Arbeitsplatz ein Leiharbeitsplatz. Selbst wenn jetzt Leiharbeiter und fest angestellte Arbeitnehmer bei gleichen Aufgaben den gleichen Lohn erhalten, ist es eine Form des Lohndumpings: Leiharbeiter können entlassen werden. Um den Zwang zur Festanstellung zu vermeiden, muss das Unternehmen sie durch andere Leiharbeiter ersetzen. Und wenn sie dann nach einer Schamfrist erneut eingesetzt werden, weil sie sich auf ihrem Arbeitsplatz bewährt haben und erfahren sind, beginnen sie wieder mit dem niedrigeren Einstiegsgehalt.

 

Jungen Leuten ist so eine Lebensplanung und die Gründung einer Familie verbaut. Vor zwei Generationen konnte ein Einkommen noch eine Familie ernähren. Das Mindestmaß an Sicherheit, das Eltern ihren Kindern bieten wollen, ist heute oft auch mit zwei Einkommen nicht gegeben. Mit der entstehenden Geburtenlücke wird die Einwanderungspolitik begründet. 

 

Es ist eine gesetzlich geregelte Zwei-Klassengesellschaft, in der die Gewerkschaften die Interessen ihrer fest angestellten Mitglieder vertreten. „Die Anstalt“ spricht deshalb von „IGITT Metall“. In Deutschland haben wir mehr als eine Million Leiharbeiter und den anteilig größten Billiglohnsektor innerhalb der EU. In einem Zehnjahreszeitraum sind die Löhne in anderen europäischen Ländern um teilweise über 20 Prozent gestiegen, in Deutschland sind sie gesunken. Dieser Kostenvorteil bei erheblich gestiegener Produktivität ist das Geheimnis hinter den hohen Exportüberschüssen. 

 

Die hohe Produktivität können wir auf tüchtige Arbeitsnehmer und auf den sozialen Frieden zurückführen, den wir in Deutschland haben. Die Früchte der Kostenvorteile und der Produktivität ernten die Eigentümer der großen Konzerne. Alle im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Konzerne mit Ausnahme von VW unterliegen der Fernsteuerung durch angelsächsische Investmentfonds. Und für sie gilt die Vorgabe der höchstrichterlichen Rechtsprechung der USA, nach der jede Entscheidung an der maximalen Vermögensmehrung des Eigentums auszurichten ist. 

 

Business Reframing geht in mittelständischen Unternehmen den Weg einer  Loyalität der Belegschaft mit dem Betrieb und der Unternehmensführung mit der gesamten Belegschaft. Auf diesem soliden Fundament konnten unsere Kunden sogar mehrfach Existenzkrisen in Marktführerschaft verwandeln. 

 

 

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger

22. Mai 2017

 

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