(Führungs-)Faktor Menschlichkeit

Business Reframing - in Resonanz mit Herz und Hirn

Buchlink Seite S 37

Führung in Zukunft

Spitzenleistung erreicht man mit einer fließenden Organisation, mit transparenten Prozessen und in intuitiven Netzwerken. In solchen Systemen wird die Prozesskette von hinten nach vorne – vom Ziel aus gedacht. Man denkt sich in den Kunden, seine Situation, Erwartung und Interessen hinein. Der Kunde kauft ein Ergebnis, nicht den Ablauf dorthin. Alle Mitglieder der Organisation tragen Kundenverantwortung, unabhängig davon, ob sie Marketingfachleute, Verkäufer, Controller, Techniker, Entwickler, Kaufleute, Naturwissenschaftler oder Juristen sind. Mitarbeiter werden nach ihren Fähigkeiten, Möglichkeiten und Ergebnissen bewertet.

 

Blick in die Vergangenheit 

Quelle: Maren Lehky, „Leading 2.0“

Nachkrieg und 70er Jahre:

Führen hieß Aufgaben verteilen, Anweisungen geben und Ergebnisse kontrollieren. Führung basierte dabei auf Expertenmacht und war Chefsache. Er gab die Information, er hatte alle Fäden in der Hand. Das stille Motto war: "Herrschaftswissen und Schweigepflicht". 

 

80er und 90er Jahre:

Eine immer stärker vernetzte Weltwirtschaft ließ sich kaum mehr im Auge behalten. Im Rahmen ‚kooperativer Führung‘ sollten Mitarbeiter ‚motiviert‘ werden und ihr Know-how einbringen. Statt anzuweisen und Aufgaben zu verteilen hieß es nun, Ziele zu formulieren und Ergebnisse zu kontrollieren. In einfachen Worten: ‚Mitarbeiter sollten wollen, was sie sollen‘. Die "Möhre" wurde neu erfunden ... und nennen wir es das Motivations-Management.

 

Resignationskosten rund 100 Milliarden € jährlich 

Das Arbeitsklima als Wirtschaftsfaktor: Der ‚Gallup Engagement Index‘ zeigt das erschreckend niedrige Motivationslevel in den Unternehmen. 2010 waren die Zahlen so, dass

-       21 % der Arbeitnehmer innerlich gekündigt haben

-       66 % Dienst nach Vorschrift praktizieren und

-       13 % allein engagiert und sich dem Unternehmen verbunden

        fühlen.

 

Dabei erwies sich das Verhalten der Führungskraft als entscheidender Bindungsfaktor

-       nur 6 % der ‚83‘ fühlten Anerkennung oder Lob

-       nur 2 % empfanden sich als persönlich gefördert

-       und nur 2 % haben das Gefühl, dass sich das Unternehmen für sie

         interessiert.

Die Schätzung der jährlichen ‚Resignations-Kosten‘ beläuft sich auf 92 – 121 Milliarden Euro.

 

21. Jahrhundert: Während in der Praxis noch viele mit dem ‚kooperativen Führungsstil‘ haderten, wechselten erneut die Vorzeichen in das 21. Jahrhundert, die globale und digitale Welt. Führungskräfte müssen nun mit Bedingungen klarkommen, die sie nicht selbst bestimmen.

 

 

Führung der ‚sozial-medialen Welt‘ setzt neue ‚Denk-Maßstäbe‘.

Die Anforderungen von Informationsflut, Geschwindigkeit und Entwicklungswandel lassen die Vergangenheit, im ruhigen Licht als ‚Kontinuität‘ erscheinen. Die ‚globalen‘ Veränderungen schaffen eine bisher noch nicht gekannte Komplexität. Das Motto: ‚Was einer nicht schafft, schaffen viele‘ – aus ‚Chefsache‘ wurde ‚kollektives Tun‘ und statt einer ‚Anweisungskultur‘ braucht es jetzt eine ‚Befähigungskultur‘.

 

 

not "true love" - but "true like"

Nicht nur ‚like it‘ – geklickt sondern wirklich gelebt: Viele glauben, sich Menschlichkeit nicht leisten zu können. Dabei trifft das Gegenteil zu, es kostet nichts und bringt sich Selbst wie auch allen anderen rund um sich herum, enorme Vorteile und zwar: Vertrauen, Beziehung, Energie und entstehende Potenziale

 

 

Empathie - die Sprache der inneren Haltung

1. Präsent sein – seien Sie ansprechbar und interessieren Sie sich für den Menschen. Bei befristeten Mitarbeitern oder Zeit-Mitarbeitern lohnt sich ein Gespräch beim Abschied mit den Fragen „Was hat ihm gefallen, was hat er vermisst?“ wie auch ein „Dankeschön“

 

2. Positive Signale – Unterschätzen Sie kleine Zeichen nicht, schaffen Sie einen sozialen Handlungsspielraum, von der ‚Begrüßung‘ bis hin zur Geburtstagsgratulation (mit Blumen) auch für Zeit-Mitarbeiter. Niemand wünscht sich zum ‚Heer gesichtsloser Zuarbeiter‘ zu gehören.

 

3. Offenheit – Benutzen Sie eine Entscheidungsunsicherheit nicht als Druckmittel, das provoziert Zorn oder Apathie auf der anderen Seite. Stellen Sie sich als möglich Referenz zur Verfügung und! Aufrichtigkeit wird ihnen hoch angerechnet werden.

 

4. Anteilnahme / Ermutigung – Angst als Führungsstil ist der sicherste Weg, sich selbst zum Feindbild zu machen. Negative Ausstrahlung ist ein hervorragendes Mittel, sich und seiner Umwelt das Leben zu vermiesen. Geld ist zwar in höheren Gehaltsklassen kein guter Motivator, im kleinen Lohnbereich kann es das durchaus sein.

 

5. Aufgabe und Mensch sind eins: Die Managementlehre unterscheidet gerne zwischen Aufgabenorientierung und Menschenorientierung in der Führung. Wer heute noch glaubt Beruf und Leben trennen zu können, sollte mal im Hirn nachfragen.


Buchtipps

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