Die Moderation kollektiver Intelligenz

Business Reframing - in Resonanz mit Herz und Hirn

Buchlink Seite S 94

Denken und Sprechen in Variablen

Die Kreativität von Vielen ist der Genialität von Einzelnen fast immer überlegen. Hinzu kommt, dass sie Widerstände bei der Umsetzung beseitigt, denn wer an einer Lösung mitgewirkt hat und sie deshalb auch als seine eigenen ansieht, wird später auch mithelfen, sie konstruktiv zu verwirklichen. Kollektive Intelligenz filtert aus dem gigantischen Meer an Möglichkeiten jene Realität heraus, die verspricht erfolgreich  zu werden. So setzen wir den unbegrenzt vorhandenen Rohstoff ein: die Kreativität.

 

 

Intelligenz "produzieren"

Quelle: Edward De Bono, „Neue Denkschule“

„Anstatt die Intelligenz zur Bestätigung eines Vorurteils zu nützen, sollten wir uns darauf ausrichten, ein Thema näher zu untersuchen“.

 

67 % der Menschen formulieren ihre Meinung schon im ersten Satz und nutzen dann den Rest der Abhandlung, um diese Meinung zu begründen. Sie erforschen das Thema nicht, sondern bestärken lediglich eine vorgefasste Meinung. In einer lösungsorientierten Kommunikation geht es nicht darum einen Standpunkt zu verteidigen, sondern die Variablen darin zu erkennen.

 

 

wie Innovation entsteht

Quelle: Jürgen Erbeldinger, „Durch die Decke denken“:

Die Kreativität der Vielen schlägt auf lange Sicht die Kreativität der einsamen Genies und bringt Lösungen hervor die auf eine höhere Akzeptanz treffen, weil diese Vielen in die Lösungsfindung eingebunden sind. Jeder weiß, dass es immer mehr als eine Wahrheit gibt. Eine lösungsorientierte Gesprächsführung bringt mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit bessere Lösungen für Probleme hervor, als herkömmliches Vorgabe-Management.

 

Meetings werden dann gebraucht, wenn ungelöste Problemstellungen auf der Themenliste stehen. Nervtötende ‚Zeitverschwendung‘ liegt in aller Regel daran, wenn die Kommunikationsform zu alltagsgrauer Routine wird. Die wichtigste Aufgabe besteht in der Moderation von kollektiver Intelligenz. Aufgabe dabei ist es, die Kreativität so zu vernetzen, dass es am Ende zu einer Lösung kommt, die der Klügste von allen nicht alleine hätte finden können.

 

Visualisierung ist eine der besten Methoden. Das menschliche Hirn tut sich schwer, gelesene Informationen zu speichern. Rund 10 % bleiben davon nur hängen. Beim gesprochenen Wort sind es 20 % und bei visuellen Informationen mehr als 30 %. Sachverhalte zu lesen, zu hören und gleichzeitig zu sehen, steigert unsere Aufnahme- und Aktionsfähigkeit sprunghaft, Wir erfassen dabei bis zu 70 % der Inhalte.

 

"Ja aber" - die professionellen Propheten

Worin besteht eigentlich der Beitrag des Kritikers in lösungsorientieren Meetings? Es mag sich paradox anhören, doch bei einem Ja-aber Verbot beginnen die Prozesse in einem Team fließender und effizienter zu werden. Wenn eine Gruppe dazu geführt wird, konstruktiv zu denken, ist plötzlich kein Platz mehr für Dinge, die nichts mit der Idee zu tun haben. Mit ‚warum-nicht-Vermutungen‘ wird ganz automatisch das Potenzial von einer Idee betrachtet und entwickelt.

 

Zu den innovationsfeindlichsten Faktoren in Unternehmenskulturen gehört der ‚kritische Rationalismus‘. Jener Reflex, der alles besser weiß durchflutet dabei den kreativen Prozess, sowie den Raum, unwillkürlich mit Negativität. Leider ein probates Mittel, das viele für die beste Medizin aller Zeiten halten… Natürlich gibt es in solchen Prozessen Entscheidungspunkte an welchen entschieden wird, ob es sich lohnt eine Idee weiter zu verfolgen oder eine neue Idee in Szene zu bringen. Wichtig aber ist es, den kreativen Kommunikations- und Denkfluss aufrecht zu erhalten. Propheten verhindern Entwicklung.

 

 

 "ohne Filter" - für eine neue Realität

Quelle: Jörg Starkmuth, „Die Entstehung von Realität“

Wir erschaffen unsere Realität selbst. Und zwar so, dass unser Bewusstsein aus der Vielzahl parallel existierender Möglichkeiten eine bestimmte Version auswählt und zur erlebten Wirklichkeit macht. Wahrnehmung ist also letztlich nur ein Filter (Sender und Empfänger kohärenter Resonanzen) der aus einem gigantischen Meer an Möglichkeiten eine bestimmte Realität herausfiltert, besser gesagt schafft oder realisiert.

 

Wir reisen jeden Tag in die Zukunft. Die Vergangenheit ist genauso wenig real wie die Zukunft, mit dem Unterschied, dass wir in unserem Gedächtnis Informationen darüber gespeichert haben. Gedächtnis gehört nicht zum Bewusstsein, vielmehr wirkt es wie eine Filterfunktion. Unsere Wahrnehmungsfilter führen zu einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit unseres Bewusstseins im Möglichkeitsraum, denn der Möglichkeitsraum selbst enthält alle denkbaren und undenkbaren Realitäten.

 

 

Social learning - das Kapital für die Zukunft

Quelle: Günter Faltin, „Wir sind das Kapital“:

Unsere Kreativität führt dazu, dass unser Wissen an Umfang zunimmt, wenn wir es mit anderen teilen. Wissen ist der Rohstoff und durch die Verbindung und Vernetzung vervielfacht sich das Kreativitäts- und Wissenspotenzial. Völlig neuartige Erfindungen sind eher selten, die häufigste Innovation passiert durch die Vernetzung von Wissen. Mit unserer Fähigkeit des ‚social learning‘ machen wir vieles wett, was wir augenscheinlich als unzugänglich glauben. Genau darin liegt die Chance und das evolutionäre Entwicklungspotenzial der Menschheit.

 

90 % der innovativen Konzepte bestehen aus der Neukombination von bekannten Ideen und Elementen, also der Übertragung von Bekanntem auf neue Bereiche. Es reicht die Rekombination vorhandener, bekannter Teile, die wir aus geläufigen Zusammenhängen übernehmen und in ein neues Konzept stellen.


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