Unser Körper agiert im Netzwerk

Business Reframing - in Resonanz mit Herz und Hirn

Buchlink Seite S 164

Hierarchie versus Netzwerk

Führung muss sich von der Illusion der Hierarchie verabschieden und von den Netzwerken in der Biologie die tragenden Prinzipien abschauen. Ein Netzwerk funktioniert ohne eine zentrale Kommandostation. Der Informationsfluss kann von jedem Ort aus beherrscht oder auch geleitet werden. Funktionierende Feedbackschleifen sind die Voraussetzung für eine sichere Navigation.

 

In Teambildungsworkshops oder Open-Space-Veranstaltungen können die organisatorischen Voraussetzungen für Resonanz im Inneren wie auch nach außen zum Markt geschaffen werden.

 

 

Unser Körper agiert im Netzwerk

Quelle: Candace Pert, „Die Moleküle der Gefühle“:

Bekanntlich leiden im Westen alle Menschen unter dem Vorurteil, dass der Geist vollständig im Kopf sitzt, eine Funktion des Gehirns ist. Doch der Körper ist nicht nur dazu da, den Kopf herumzutragen. Wir müssen uns klarwerden, wie sich der Geist in den verschiedenen Körperteilen manifestiert und wie wir uns diese Prozesse bewusst machen können.

 

Der Geist beherrscht nicht den Körper, Körper und Geist sind eins. Der nachgewiesene Kommunikationsprozess und der durch den ganzen Organismus reichende Informationsfluss, ist der Beweis dafür. Wir wissen, dass das Immunsystem wie das Zentralnervensystem Gedächtnis und Lernfähigkeit besitzt. Folglich können wir feststellen, dass Intelligenz nicht nur im Gehirn angesiedelt ist, sondern auch in Zellen, die über dann ganzen Körper verteilt sind. Ein jeder Funktionskreis hat die gleiche Mitsprache.

 

gesunde Systeme

Ein Netzwerk unterscheidet sich von einer hierarchischen Struktur, die an der Spitze eine ‚Kommandostation‘ besitzt und eine absteigende Folge von Positionen mit immer schwächeren Einflussmöglichkeiten. In ein Netzwerk dagegen kann man theoretisch an jedem Knotenpunkt eindringen und rasch an jeden anderen Punkt gelangen. Von allen Orten aus hat man prinzipiell die gleiche Möglichkeit, den Informationsfluss zu beherrschen oder zu leiten. Das Konzept des Netzwerks, das die wechselseitigen Verbindungen aller Systeme des Organismus unterstreicht, widerspricht dem herrschenden Paradigma in mancherlei Hinsicht. Volkstümlich bezeichnet man diese Beziehung häufig als „die Macht des Geistes über den Körper“.

 

Ein System ist gesund, wenn die Rückkoppelungsschleifen rasch und ungehindert ablaufen, egal, ob das zwischen Peptiden und Rezeptoren oder zwischen Steuermann und Ruder geschieht. Je rascher oder enger die Rückkoppelungsschleife, desto intelligenter das System, egal ob es um die Gesundheit oder eine Segelregatta geht. Für das Verhältnis von Arzt und Patient gilt dann, je mehr Kommunikation, desto besser und je besser die Kommunikation, desto besser auch die Gesundheit.

 

Abschied vom Maschinendenken

Wir sind also nicht mehr eine Maschine, die aus einem Körper besteht, der von einem Gehirn herumkommandiert wird, sondern die Zellen sprechen buchstäblich miteinander und das Gehirn beteiligt sich eifrig an diesen Gesprächen. Kurzum, erwiesenermaßen ist das Gehirn auf molekularer Ebene sehr eng mit dem Rest des Körpers verzahnt, so eng, dass der Begriff ‚mobiles Gehirn‘, eine treffende Beschreibung des psychosomatischen Netzwerks ist, über das Information von einem System zum anderen gelangt. Jede Zone, jedes System des Netzwerks, kann durch Peptide und botenspezifische Peptidrezeptoren mit jedem anderen kommunizieren. Sekunde für Sekunde findet in unserem Körper ein umfassender Informationsaustausch statt.

 

 

Kommunikations-Schleifen

Quelle: Natalie Knapp, „Kompass neues Denken“:

Das Rückkoppelungsprinzip ist ein evolutionäres biologisches Prinzip. Würde ihr Körper keine Signale an das Gehirn senden, wäre dies unfähig bestimmte lebenswichtige Reaktionen auszulösen und Aufgaben zu übernehmen. Rückkoppelung passiert beidseitig, denn erst wenn Sie z. B. gesprungen sind und ihre Ohren das Auto hinter ihnen vorbeirauschen hören, melden diese im Hirn ‚Gefahr ist gebannt‘ und das Hirn entspannt danach erst ihre Sprunggelenke.

 

Zu den wesentlichen Erfordernissen dynamischer Prozesse gehört ein geübtes Verständnis von Rückkoppelung – ob in der Biologie, der Ökologie, im Business oder in der der Wissenschaft. Das Wichtigste dabei ist eine Rückkoppelungskultur zu etablieren und nicht darauf zu hoffen, dass die Logik einzelner z. B. der Geschäftsführung genügt ausreicht, um in Komplexität zu bestehen. In den letzen Jahren hat die Wissenschaft erkannt, dass es nicht der Verstand ist, der uns steuert (das würde seine Kapazität übersteigen), sondern die, im Körper gespeicherten Erfahrungen. Möglicherweise haben auch Sie das bei sich bereits festgestellt.

 

 

Komplexität und Systeme

Komplexe Organismen oder Systeme, wie Ökosysteme, Sozialsysteme oder auch Fußballspiele entwickeln sich dynamisch in nicht wiederholbaren und vollständig vorhersehbaren Abläufen. Unvorhersehbares ist bei komplexen Vorgängen nicht die Ausnahme, sondern die Regel, sonst stünde der Ausgang eines Fußballspiels, bereits im Vorhinein fest. Dass dies nicht so ist, weiß jeder, bestenfalls gibt es eine Wahrscheinlichkeit. Gute Problemlöser unterscheiden sich von schlechten nicht durch höhere Intelligenz, sondern durch die Fähigkeit, sich auf Unvorhersehbares einzulassen und nicht nur theoretischem Planwerk zu folgen, sondern durch individuelles Erkennen von Möglichkeiten zu agieren.

 

In komplexen Systemen ist eine Strategie der Sicherheit gefährlich. Wenn wir alle unsere Fähigkeiten einbringen und zur Verfügung stellen können sowie den Wert von Beziehung erkennen und nützen, schaffen wir die besten Voraussetzungen, neue Anforderungen und komplexe Probleme zu lösen.


Buchtipps

Candace Pert  -  "Die Moleküle der Gefühle"

Natalie Knapp  - "Kompass neues Denken"



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