Zukunftswerkstätten und...

Business Reframing - in Resonanz mit Herz und Hirn

Buchlink Seite S 170

. . . Lösungen im Sprint

Unser Gehirn arbeitet in Denkschleifen und geht dabei automatisch immer dieselben oder ihm bekannten Wege. Probleme sind ein Teil unserer Erfahrungen. Im Problemdenken orientiert sich das Gehirn an den gemachten Erfahrungen und versucht darüber Probleme zu entdecken. Es agiert damit vorrangig mit dem Wissen der Vergangenheit. Lösungen sind auch in unseren Erfahrungen enthalten, sind jedoch hauptsächlich noch unbekannte zu erkennende Erfahrungen. Lösungsdenken bewegt sich vorrangig im Bereich der Möglichkeiten und geht aktiv weg von den bekannten Denkwegen.

 

Lösungsorientiertes Arbeiten ist effektiv, spart Zeit und Energie. Beteiligte werden in der Zuversicht bestärkt, dass sie bevorstehende Herausforderungen selbständig bewältigen können. Es ist ein respektvoller und freundlicher Weg der Zusammenarbeit. Es geht darum zuerst einmal auf die Dinge zu sehen die funktionieren, selbst in schwierigsten Situationen gibt es etwas Gelungenes zu entdecken. Kleine Erfolge geraten zumeist in Vergessenheit, sind aber wichtig, weil sie oft einen Ansatz bieten und uns auf Gedanken wie ‚Was kann ich? Wie kann ich? bringen.

 

Kreativität der unbegrenzte Rohstoff

Quelle: Günter Faltin, „Wir sind das Kapital“

Unsere Kreativität führt dazu, dass unser Wissen an Umfang zunimmt, wenn wir es mit anderen teilen. Wissen ist der Rohstoff, durch die Verbindung und Vernetzung vervielfacht sich das Kreativitäts- und Wissenspotenzial. Völlig neuartige Erfindungen sind eher selten, die häufigste Innovation passiert durch die Vernetzung von Wissen. Mit unserer Fähigkeit des social learning machen wir vieles wett, was wir für unzugänglich halten. Genau darin liegen die Chance und das evolutionäre Entwicklungspotenzial der Menschheit.

 

90 % der innovativen Konzepte bestehen aus der Neukombination von bekannten Ideen und Elementen, also der Übertragung von Bekanntem auf neue Bereiche. Es reicht die Rekombination vorhandener, bekannter Teile, die wir aus geläufigen Zusammenhängen übernehmen und in ein neues Konzept stellen. Vorsicht ‚Falle‘! Auch im Spiel der Rekombination nicht vergessen, vom Kunden her zu denken.

 

 

Durch die Decke denken

Quelle: Jürgen Erbeidinger / Thomas Ramge, „Durch die Decke denken“

Die Universitäten in Stanford, Potsdam, St. Gallen, Harvard und die London School of Economics entwickeln Kreativität als nutzerorientierte Innovationsmethode. Erkenntnisse:

-   Gute und klare Problemformulierung hilft bei der kreativen Lösung

     und Ideengenerierung (Mumford et al. 1996)

-   Autonomie fördert kreatives Problemlösen (Amabile 1997)

-   Ideen zuerst individuell (still für sich / anti-brainstorming) und dann

    gemeinsam (im Dialog) in der Gruppe entwickeln, führt zu besseren

     Ideen (Paulus & Nijstad 2003)

-   Themenfremde Bilder stimulieren die Kreativität und führen zu mehr

     Ideen als Reizworte oder eine Anregung (Malaga 2000)

-   Der Hauptgrund für mangelnde Kreativität ist die funktionale

     Fixiertheit, d. h. etwas nur aus Sicht der Funktion zu betrachten

     (German & Barrett 2005)

-   Wir blockieren uns oft in der eigenen Kreativität, indem wir auf die

     geniale Eingebung warten. Besser ist, einfach mal kleine Lösungen

     anzudenken und so der wirklichen Kreativität den Weg zu bahnen

     (Cross et. al 1996)

-   Originelle Problemlösungen beinhalten (passieren) oft über Umwege,

     indirekte Ansätze oder indem wir ‚um die Ecke denken‘ (van Gundy

     1991)

-   Statt sich nur auf das Problem zu fokussieren, ist es oft besser, sich in

     die Lösungssituation einzufühlen und so Ideen von der

     Lösungsorientierung her abzuleiten (Scharner 2007)

-   Ideenquantität führt unweigerlich zu Ideenqualität. Um zu guten

     Ideen zu kommen, muss man zuerst Ideen haben – nach Möglichkeit

     viele Ideen. (Roy 1993)

-   Skizzen, Zeichnungen, Bilder (Visualisierungen) unterstützen die

     Generierung von Ideen, weil sie zu geistiger Erweiterung einladen

     und spontane Entwicklung und Entdeckungen fördern. (Verstijnen et

     al. 1998)

 

 

Superquantenposition oder kreative Phase

Ch,J. Meyer, „Eine kurze Geschichte des Quantencomputers“:

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Problem und erhielten im Nu alle darauf möglichen Lösungen oder Antworten. Diese sogar in der Reihenfolge mit dem höchsten Lösungspotenzial. Würde das Ihre Arbeit oder Ihre Entscheidungsgrundlage verbessern? Wenn wir in die kreative Phase gehen, dann bringen wir uns in diese Superquantenposition – vorausgesetzt wir sind bereit alle Möglichkeiten zuzulassen oder keine Möglichkeit, durch unser vorgegebenes Paradigma oder Glaubensmuster auszuschließen.

 

Wir denken im ‚Teilchenmodus‘, d.h. durch unsere geistigen Vorgaben (Denkmuster) präferieren wir bereits eine Richtung, die dann auch unser Möglichkeitsspektrum begrenzt. Findet sich darin keine Lösung, erscheint es uns auch, dass es keine Lösung dafür gibt. Wir erkennen nicht, dass wir es sind, die das Lösungsspektrum eingrenzen. Kinder agieren hier völlig anders, da ihre Voreingenommenheit nicht so stark ist, wie die von Erwachsenen.

 

Video – Das Experiment mit dem veränderten Fahrrad

 

Der Quanteneffekt nutzt die Superposition, verschiedene Lösungsmöglichkeiten simultan – und nicht analog – zu testen, die Nieten zu verwerfen, sodass der Gewinn bzw. die realisierbaren Möglichkeiten übrigbleiben. Das Elektron in Form einer Welle führt in dieser Form einen „Quantum-Walk“ durch.

 

Beispiel - der Veyhl Prozess


Buchtipps

Günter Faltin  -  "Wir sind das Kapital"

J. Ebeidinger/T. Range  - "Durch die Decke denken"

Ch. J. Meyer - "eine kurze Geschichte des Quantencomputers"



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